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Von Zuckerrohr und Ebenholz – Mauritius im Wandel

Blühendes MauritiusTypisch für Mauritius sind die riesigen Zuckerrohrplantagen, obwohl man in den vielen Reisekatalogen Anderes sieht: kilometerlange weiße, feinsandige Strände, vulkanisch-dunkle, zerklüftete Berge und Klippen, das saftige Grün der tropischen Regenwälder.

Bevor der Mensch seinen Fuß auf die Insel gesetzt hatte, wurde Mauritius von weiten, tropischen Wäldern bedeckt. Hauptsächlich die widerstandsfähigen Ebenholzbäume bewuchsen die Gebirgszüge. In den Lagunen lebten Seekühe, bunte Papageien flogen durch die Lüfte und träge Riesenschildkröten sonnten sich an weißen Stränden.

Mensch im Paradies

Mit den Menschen kamen fremde Tiere auf die Insel, die das empfindliche Ökosystem aus dem Gleichgewicht brachten. Die frühen Seefahrer nutzten Mauritius häufig, um ihre Vorräte aufzustocken. Daher setzten sie Schweine und Ziegen aus, führten Javahirsche und Wildschweine ein und ihre Schiffe trugen Ratten auf die Insel. Als der Mensch auch noch begann, die Insel zu besiedeln, fielen die alten Urwaldriesen um Häusern und Zuckerrohrfeldern Platz zu machen und dem Schiffbau Material zu geben.

Mauritianische LandschaftDie ursprüngliche Vegetation verschwand fast vollständig. Wo früher Ebenholzwälder standen, findet man heute Zuckerrohrfelder. Inzwischen ist die Natur der Insel ebenso multikulturell wie ihre Bewohner: Australische kiefernähnliche Bäume geben den Küsten Halt, bengalische Würgefeigen spenden den Straßen Schatten und indische Dattelbäume bewachsen die Hochebenen. In Hotelgärten hat die Palme Einzug gehalten und Bauern pflanzen zunehmend Südfrüchte wie Ananas, Papaya, Mango oder Bananen an.

Von harmlosen und seltenen Tieren

Auf Mauritius leben keine für den Menschen gefährlichen oder giftigen Tiere. Nahezu überall findet man kleine braune Geckos, geschickte Kletterer, die sich hauptsächlich von Insekten ernähren. Die einst so vielfältige Vogelwelt ist der drastischen Veränderung der natürlichen Gegebenheiten auf Mauritius zum Opfer gefallen: Ratten plünderten ihre Nester, Menschen holzten ihren Lebensraum ab.

Im Gegensatz zum berühmten Dodo haben jedoch einige seltene Vogelarten überlebt: die Rosa Taube und der Mauritius-Turmfalke stehen heute unter der Obhut der Regierung und vieler Naturschützer. Nachzuchten – auch aus Europa – werden auf der Insel ausgewildert, um den Bestand zu sichern.

Die natürliche Landschaft von Mauritius ist nur noch in Naturschutzgebieten im Südwesten der Insel zu erfahren. Unter Wasser jedoch wartet eine artenreiche, ursprüngliche Vielfalt, die es zu entdecken gilt.

Armer Dodo
Der Dodo ist das bekannteste mauritianische Tier. Obwohl er seit mehr als 300 Jahren ausgestorben ist, ziert er das Staatswappen, begegnet Ihnen auf Briefmarken und wird sogar in Gold gegossen.
Der Dodo war ein plumper, flugunfähiger Vogel mit riesigem Schnabel, der keine Feinde hatte. Friedlich lebte er völlig ohne Feinde auf den Inseln Mauritius und Réunion. Wegen seinem runden Hinterteil nannten ihn die Niederländer Dodo. Der truthahnähnliche Vogel wurde etwa so groß wie ein Schwan und brachte stattliche 25 kg auf die Waage. Genau das wurde ihm zum Verhängnis. Bald verbreitete sich gleichermaßen unter Seefahrern und Siedlern, wie gut gebratener Dodo schmeckte und welch üppige Mahlzeit er doch abgab. Weil der Dodo mit seinen Stummelflügeln und den kurzen Beinen nicht fliehen konnte, war er bald ausgerottet. Das letzte Tier soll im Jahr 1681 gesehen worden sein - wahrscheinlich hat es sehr lecker geschmeckt.