Die britische Krone entließ Mauritius im Jahr 1968 in die Unabhängigkeit. Seitdem wuchs und gedieh der Staat, sowohl wirtschaftlich als auch politisch: Die Kombination aus Zuckerrohr und Unabhängigkeit, gemischt mit einer Prise florierendem Tourismus, funktioniert!
Die Briten legten schon 1958 die Grundlage für die Republik Mauritius: Sie führten das allgemeine Wahlrecht und die politische Autonomie ein. Zehn Jahre später war der junge Staat unabhängig, verblieb jedoch im Kreis des Commonwealth. Mit der Formulierung einer neuen Verfassung wurde Mauritius am 12. März 1992 zur souveränen Republik mit parlamentarischer Demokratie.
Die mauritianische Verfassung ist stark an die britische angelehnt. Sie legt die Macht in die Hände eines Premierministers und übergibt repräsentative Aufgaben an den Staatspräsident. Erster Premierminister der Insel, heute liebevoll der „Vater der Nation“ genannt, wurde Sir Seewoosagur Ramgoolam, der Führer der Arbeiterpartei. Seit Juli 2005 regiert sein Sohn Navinchandra Ramgoolam Mauritius.
Wirtschaftlich steht die Insel inzwischen mehr als auf eigenen Füßen. Mauritius profitiert zum großen Teil vom Tourismus: 650.000 Gäste kommen pro Jahr, davon allein 53.000 Deutsche. Doch die Urlauber sind bei weitem nicht das einzige wirtschaftliche Standbein von Mauritius! Haupteinnahmequelle ist nach wie vor die Zuckerindustrie.
Die Raffinerien der Insel produzieren pro Jahr 1 Million Tonnen des süßen Schatzes. Allein die Hälfte davon wird aufgrund vertraglich vereinbarter Abnahmegarantien nach Europa verschifft. Aus dem „Abfallstoff“ Melasse, ein Zuckersirup, der zu 50 Prozent aus nicht kristallisierbarem Zucker besteht, wird Rum hergestellt.
Die Ausfuhr von Stoffen, die in mehr als hundert Betrieben der Freihandelszone Port Louis hergestellt werden, trägt ebenfalls maßgeblich zum Wohlstand der Mauritianer bei. Ein Meilenstein der wirtschaftlichen Expansion war die Eröffnung der Börse im Jahr 1989.